* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren




* Themen
     Politisches
     Home & Family
     Beauty & Fashion
     Gefühle & Persönliches
     Random
     Mein Leben

* mehr
     Steckbrief

* Letztes Feedback
   19.07.15 09:59
    Bitte, Bitte, Bitte laß
   3.09.15 14:53
    Das ist wundvoll gedacht
   12.09.15 20:30
    Sehr ausführlich, Lariss
   12.09.15 20:36
    Wichtig klargestellt, La
   21.09.15 08:24
    Guter Musikgeschmack!
   21.09.15 08:28
    Mein Beileid! Ich kann d






Die Wahrheit. Mein Wahres Ich

Ich gehe nicht davon aus, dass das hier viele lesen. Nicht nur, weil der Text wahrscheinlich sehr lang wird, sondern weil ich denke, dass sich keiner für mich und mein Leben interessiert. Aber das ist auch nicht schlimm. Ihr kennt mich nicht und schreiben tue ich eigentlich auch nur für mich. Ich schreibe, damit ich meine Probleme nicht zu Menschen trage, die selbst genug Probleme haben. Und irgendwie hilft es mir, meine Probleme und Gedanken zu ordnen und es geht mir dadurch ein wenig besser.

 

Alles fing an im Kindergarten. An die Zeit kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Zumindest weiß ich nicht mehr so viel. Ich hatte viele Freunde. Jungs und Mädchen. Wir haben gespielt, zusammen im Garten gezeltet. Gebastelt. Alles war gut.

Auf die Schule habe ich mich nie gefreut. Meine Mutter meinte mal, dass ich gesagt habe "Ich gehe nur in die Schule, weil ich es muss". Dennoch habe ich mich in den Sommerferien zu meiner Oma in den Garten gesetzt und angefangen, die "Fibel" zu lesen. Fu und Fara haben mir doch sehr gefallen. Ich konnte vor meiner Schulzeit schon lesen. Klar, das war auch das einzige, was mich interessiert hat. Außerdem hatte ich 2 ältere Geschwister. Die Freunde wurden weniger. Aus dem Kindergarten habe ich einige Freunde verloren, aber einige sind auch geblieben. Und es sind neue Freunde dazu gekommen. Ich war eigentlich eine relativ gute Schülerin. Musste mich damals in Mathe in der 4. Klasse zwar von meiner besten Freundin weg setzen, weil die mich ja "abgelenkt" hat, aber ich hatte dennoch eine 2. Die Grundschulzeit war sehr friedlich.

Auch in der OS war alles okay. Dir Freundschaftskreis bestand dann zwar aber nur noch aus Nadine, Tatjana, Wiebke, meiner besten Freundin Vanessa und mir, aber wir waren zufrieden. In der 6. Klasse jedoch fing der Zickenkrieg an. Und ich wurde zum ersten Mal ungerecht behandelt. Mit meinem Klassenlehrer kam ich nie klar, aber durch eine Sache, ist es noch schlimmer geworden. 

Ich habe in Englisch den A-Kurs besucht. In Englisch war ich schon immer gut. Fremde Sprachen fand ich einfach toll. In Mathe war ich im B Kurs. Vanessa durfte in den A-Kurs wechseln, weil sie immer so gute Noten hatte. Als sie dann den anderen Kurs besucht hatte, war ich die Kursbeste in Mathe. Ich habe nur 1 und 2 geschrieben und unter jeder Matheklausur stand "beste Arbeit". Warum durfte ich denn nicht wechseln? 

Als das Thema "weiterführende Schulen" anstand, habe ich mir echt Gedanken gemacht. Ich wollte auf das Gymnasium. Nicht nur, weil Vanessa auch die Schule wechseln wollte, sondern, weil ich echt das Zeug dazu hatte. Außerdem wollte ich mal studieren. Jura. Staatsanwältin wollte ich werden. Soweit so gut. Mein Klassenlehrer, der auch mein Mathelehrer war, hatte eine Lieblingsschülerin, Anna-Lena. Die hat in Mathe nur schlechte Noten bekommen, dennoch stand auf ihrem Zeugnis "2". Und warum? Sie wollte aufs Gymnasium. Mir haben es alle ausgeredet. Die Mutter meiner Nachbarin Kristina, die im selben Jahrgang ist, mein Klassenlehrer. Meine Geschwister. Also habe ich gesagt, dass ich auf die Realschule gehen möchte. Mein Lehrer gab mir dadurch eine 3 in Mathe. Eine 4? Ich habe doch nur 1 und 2 geschrieben. Ich bin kein Streber oder so, aber mit der Realschule fingen meine Probleme an.

Vanessa war auf dem Gymnasium. Wiebke und Tatjana sind auf 2 verschiedene Gesamtschulen gegangen. Blieb nur noch Nadine, die sich aber von mir abgekoppelt hat und sich mit anderen Schülern wohl besser verstand als mit mir. Wir bekamen eine neue Schülerin. Lena. Sie entwickelte sich zu meiner besten Freundin in der Schule. Mit ihr habe ich meine erste Zigarette geraucht, meine erste Band gegründet. "Kraaaaawuuuuum" hieß die. Sie hat Gitarre gespielt, ich habe Klavier gespielt und gesungen. Und es war schlecht. Das ist wohl auch der Grund, warum wir nie ein einziges Lied geschrieben haben. Durch den Französisch-Unterricht habe ich mich mit meinen Klassenkameraden Jenny und Julian angefreundet. Wir haben uns gut verstanden. War ich das erste Mal so richtig verliebt? Meine Gedanken drehten sich nur um Julian. Keine Ahnung warum. Er war kein besonderer Hübschling. Eigentlich war er auch sehr nervig. Aber ich mochte ihn irgendwie. Diese dunkelbraunen Haare, die dunkelbraunen Augen. Ob er je was von mir wollte? Ich weiß es nicht. Einen Nachmittag alleine verbracht, haben wir nie. Wir haben uns nur in der Schule unterhalten. Das war es dann aber auch. 

8. Klasse. Lena musste die 7. Klasse wiederholen und lies mich mit Jenny und Julian alleine in der 8. Klasse. Da fing es an.  Jenny und Ich hatten nur das Nötigste in der Schule miteinander zu tun und Julian. Ja, den fand ich immernoch ganz toll. Haben wohl auch die anderen gemerkt, die den typischen Spruch "Liebespaar küsst euch mal" über den Schulhof riefen. Als ob das nicht schon nervig genug war, hatten es aber auch auf einmal die Schüler der anderen Klassen auf mich abgesehen. Die Klassenkameraden von meinem Bruder haben sich immer über mich lustig gemacht. Einfach nur, weil ich die kleine Schwester war. Meine Schwester war ja schon von der Schule runter in die Ausbildung gegangen. Sonst hätte ich die wohl auch noch am "Arsch kleben" gehabt.

Jedenfalls fing es an. Ich wurde fett und hässlich genannt. Von jedem. Meine Freundschaften wurden weniger. Die Nachmittage habe ich nur noch mit Kristina, die auf der Hauptschule war, bis sie dann aus Dummheit von der Schule geflogen ist, und Nicole, sie war auch auf der Hauptschule, aber 2 Klassen unter mir, verbracht. Waren bei uns im Ort im Jugendraum, haben Billard gespielt, waren beim Sport, oder haben einfach stundenlang geredet. 

Du bist fett. Du bist hässlich. Verpiss dich. Diese Sätze gingen irgendwann so tief ins Herz, dass ich mich abgekoppelt habe. Nach der Schule habe. Nach der Realschule habe ich von niemanden mehr irgendwas gehört. Außer von Benny, mit dem ich im Schulchor war. Aber auch nur, weil mein Bruder mit seiner Schwester zusammen gekommen ist. 

Berufsfachschule Wirtschaft. Niemanden kannte ich aus der Klasse. Das hat mir wahnsinnige Angst gemacht. 1. Stunde wir mussten uns einen Partner suchen. Ich war sehr schüchtern geworden. Immerhin habe ich jegliches Selbstbewusstsein verloren. Da hört ich ein Mädchen mit einem Thüringer Akzent "Ich bin Bernadette". Sie meinte wirklich mich. Beste Freunde sind wir nicht geworden, aber ich hatte sie an meiner Seite.Genauso wie irgendwann Alida, Katharina und Michelle dazu kamen. Und Sandra. In der ersten Sportstunde sagte sie zu mir "etwas mehr Elan bitte". Seit dem Tag war sie meine beste Freundin. Zwei Jahre lang haben wir jeden einzelnen Tag zusammen verbracht. Bis wir dann in die Ausbildung gegangen sind. 

Auf der Wirtschaftsschule hatte ich meinen ersten Freund. 12 Tage lang. Bis ich erfahren habe, dass er im Offenen Jugendvollzug sitzt, wegen irgendeiner Sache bei Ebay. In der Zeit hörte ich wieder diese Stimme, hässlich, fett, meine Schwester, die sagte, du wirst eh nie einen Freund bekommen. Hört das nie auf? 

Ich habe mir meine Haare wachsen lassen, ich habe angefangen zu hungern... Dennoch sind diese Stimmen nie verstummt. Werden sie es jemals tun?

Sebstbewusstsein hatte ich nicht mehr. Freunde, hatte ich auch keine mehr. Immerhin war die Schulzeit beendet und es ging in die Berufsschule und in den Ausbildungsbetrieb. Während wir in der Schule überwiegend Mädchen waren, mit denen ich eh nie klar kam, weil die sich alle für was besseres gefühlt haben und mich das auch spüren lassen haben, waren in meinem Ausbildungsbetrieb außer mir nur Jungs. Ich war gerne im Betrieb. Lieber als in der Schule. In der Schule war ich so einsam. So alleine. Niemand hat mich beachtet. Im Betrieb waren sie anders zu mir. Nett. Hilfsbereit. Dennoch hat mir Anerkennung gefehlt. Vielleicht lag es an meiner Schüchternheit. Aber privat hatte ich mit diesen Leuten nichts zu tun. 

Während meiner Ausbildung hatte ich 2 Beziehungen. Die erste von denen war sehr lang. Kai. Aber Qualvoll. Ich wurde kontrolliert, mir wurde Kontakt verboten, an mir wurde geklebt. Ich hatte keinen Raum mehr. Ich konnte mich nicht frei bewegen. Das musste ich beenden. Das tat ich. Die zweite Beziehung hatte ich mit Tristan, während sie sehr kurz war, war sie auch sehr schmerzhaft. Ich hatte Gefühle für ihn. Und zwar richtige. Er hat mich ausgenutzt und ich habe alles für ihn getan. Er hat mich geschlagen, als wir uns gestritten hatten und ich bin bei ihm geblieben. Er hat mir versprochen, sich zu ändern. Ich habe ihn geglaubt. Irgendwann kam dann gar nichts mehr von ihm. Ich habe gekämpft, aber kein Wort mehr von ihm gehört.

Während meiner Ausbildung habe ich die freien Nachmittage mit Steffi, Jan, Robin und Niels verbracht. Billard waren wir spielen, waren was trinken abends oder was essen. Oder einfach nur unterwegs. Bis die Ausbildung dann beendet war. Seitdem habe ich niemanden mehr. Niels meldet sich ab und zu, aber getroffen haben wir uns seitdem auch nie wieder. Ich kann mich noch an Rene erinnern. Den ich schon als Kind kennen gelernt haben muss. Wir das aber nicht wussten. Von dem wollte ich auch mal was, aber der hat mir direkt gesagt, dass ich vom Aussehen her, ihn nicht anspreche. Und dann gab es da noch Marvin. Der wollte was von mir. Ich aber nicht von ihn. 

Irgendwann habe ich denn auch mal Alex getroffen. Der hat mir so viel Hoffnungen gemacht. Ich habe natürlich wieder alles geglaubt. Ich habe jeden geglaubt. Ich war immerhin innerlich sehr zerstört. Wir haben miteinander geschlafen. 2 Mal ... Er hat Jan gesagt, dass wir gerade dabei sind, eine Beziehung aufzubauen ... Aber das wollte er nicht. Er wollte Sex. Und als er das bekommen hatte, war er weg. Für immer. Und genau er war der Traummann. Ja, er war es wirklich. Zumindest, als ich noch nicht wusste, was er vorhat. 

Seit Ende der Ausbildung bin ich alleine. Tobias kam dann, als ich die Anzeige bekommen hatte, und er mich dann zur Polizei begleitet hat. War es Liebe? Ich habe es gehofft. Aber von beiden Seiten aus, war es das wohl nicht. Nicht einmal 1 Monat haben wir es geschafft, Kontakt zu halten. 

Ich habe viel Einstecken müssen. Ich kann einfach niemanden mehr glauben, der sagt "Du bist hübsch", "Ich mag dich"... Warum auch? Waren das nicht die Menschen, die mich fett und hässlich genannt haben? 

Meint es irgendwann überhaupt jemand wirklich ernst? Wo sind Freunde? Was hat man von Freunden, die sich nie wieder melden, wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt? Ich bin es gewohnt alleine zu sein, ich bin es gewohnt, nicht geliebt zu werden, ich bin es gewohnt, dass mich alle hässlich und fett nennen...

Ich weiß, dass mir nie einer eine Chance geben wird, zu zeigen, dass ich einen guten Charakter habe. Aber niemand wird diese Chance je wahrnehmen. Und alles nur, weil ich kein 90-60-90 Model bin und weil ich nicht die perfekten Haare habe, weil ich mich nicht aufstyle, weil ich kein typisches Mädchen bin.

Und alles weil ihr da draußen mich fett und hässlich genannt habt. 

16.1.15 07:58
 
Letzte Einträge: Weisheitszahn-Extraktion, Hilflosigkeit, Weisheitszahn-OP, Kehrtwendung des Lebens, Hochmut kommt vor dem Fall, Ja? Nein? Ach Mensch


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung